Neubau von zwei MFH im Kanton Aargau: Klarheit bei sommerlicher Überhitzung im Holzbau
- 15. Juli
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Aktualisiert: vor 3 Tagen

Der moderne Holzbau boomt. Er ist nachhaltig, ästhetisch und schafft ein angenehmes Raumklima. Doch was passiert, wenn die Mieter:innen nach dem Einzug im Sommer über Überhitzung klagen? Handelt es sich um bauliche Schwächen oder liegt es am Verhalten der Nutzenden? Vor genau dieser Herausforderung standen die Projektbeteiligten von zwei neu errichteten Mehrfamilienhäusern im Kanton Aargau. Eine präzise, dynamische Gebäudesimulation von BOP brachte die nötige Klarheit und schuf eine verlässliche Faktenbasis für alle Parteien.
Die Herausforderung: Wenn Mieter im Sommer über Überhitzung klagen
Im Kanton Aargau entstanden zwei hochwertige Mehrfamilienhäuser in moderner Holzbauweise. Das Vorhaben wurde gemeinsam mit den Holzbauingenieur:innen der Timbatec Holzbauingenieure AG geplant und umgesetzt. Nach der Inbetriebnahme und den ersten warmen Sommermonaten kam es jedoch zu Beschwerden durch die Nutzenden, die über sommerliche Überhitzung in den Wohnräumen klagten.
Für die Bauherrschaft sowie das Fachplanerteam entstand dadurch eine komplexe Situation. Im Holzbau ist das Thema der thermischen Speichermasse von Natur aus sensibler zu betrachten als im klassischen Massivbau, auch wenn sie nicht der entscheidende Faktor ist. Da die baulichen Grundanforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz in der Planungsphase zwar überprüft und eingehalten wurden, die Umsetzung in der Realisierungsphase jedoch von der Planung abwich, war die Ausgangslage unklar. Es musste geklärt werden, ob die baulichen Grundanforderungen trotz der abweichenden Ausführung weiterhin erfüllt waren und ob ein unvorteilhaftes Lüftungs- und Verschattungsverhalten der Nutzenden die Ursache der Überhitzung darstellt. Um kostspielige Fehlmassnahmen oder rechtliche Streitigkeiten zu vermeiden, war eine unabhängige und fundierte Analyse des realisierten Projektes gefragt.
Der BOP-Ansatz: Die Realität exakt digital simuliert
Das Planungsteam beauftragte BOP damit, den sommerlichen Wärmeschutz auf Basis des realisierten Projektes detailgetreu zu überprüfen. Mittels einer dynamischen Gebäudesimulation bildeten wir das gesamte Gebäude detailliert ab.
Um ein realistisches Abbild zu erhalten, ging das Team von BOP folgendermassen vor:
Exakte Speichermassen-Modellierung: Wir hinterlegten alle spezifischen Bauteilaufbauten der Holzkonstruktion präzise im Simulationsmodell, um das thermische Verhalten der Speichermasse exakt zu berücksichtigen.
Detaillierte Verschattungsanalyse: Unser Team erfasste die komplexe Umgebungssituation – einschliesslich der Nachbargebäude und des realen Horizonts.
Reale Sonnenschutz-Szenarien: Neben den festen Verschattungselementen wie die Holzlamellen vor den Balkonen und Fenstern wurden auch innenliegenden Markisen exakt in die Berechnung abgebildet.
Das Resultat: Bauliche Vorgaben erfüllt – das Nutzerverhalten entscheidet
Die dynamische Gebäudesimulation lieferte ein eindeutiges Ergebnis: Der Nachweis zeigte auf, dass die baulichen Grundanforderungen für den sommerlichen Wärmeschutz in sämtlichen Zonen eingehalten werden konnten.
Die Ursache für die temporäre Überhitzung lag somit nicht an einer abweichenden Ausführung oder Fehlplanung, sondern im individuellen Nutzerverhalten, wie beispielsweise unzureichender Nachtauskühlung über Fensterlüftung oder falscher Bedienung des Sonnenschutzes.
Sicherheit für Bauherrschaft und Planer ohne teure Umbauten
Dank der dynamischen Gebäudesimulation durch BOP verfügen die Bauherrschaft und die Fachplanenden nun über eine fundierte Argumentationsbasis. Statt aufwändige und teure bauliche Nachbesserungen vorzunehmen, können die Beteiligten nun auf Basis der Resultate betriebliche Optimierungsmassnahmen umsetzen und die Mieter:innen gezielt zum richtigen Verhalten aufklären.
Haben Sie in bestehenden Gebäuden mit Überhitzung und Nutzerbeschwerden zu kämpfen? Wir unterstützen Bauherren und Fachplanende dabei, Klarheit zu schaffen: Wir prüfen, ob die baulichen Grundanforderungen erfüllt sind, und simulieren konkrete Massnahmen, um Ihnen eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage zu liefern.


